Natürlicher Raumduft, was das Wort verspricht und welche Formen es einlösen

Natürlicher Raumduft heißt im engen Sinn, dass der Geruch aus Pflanzenmaterial stammt, aus getrockneten Schalen, Gewürzen, Blüten und Holz oder aus ätherischen Ölen, ohne synthetisch hergestellte Riechstoffe. Einheitlich festgelegt ist das Wort bei Raumdüften aber nicht, deshalb lohnt der Blick darauf, welche Formen es einlösen, wie lange sie halten und in welchen Raum sie gehören.

Von der Redaktion von Aroma-Diffuser kabellosAktualisiert am 1. November 20266 Min. Lesezeit

Getrocknete Orangenschalen, zwei Zimtstangen, Lavendelzweige, eine umgekippte kleine weiße Schale mit getrockneten Rosenblättern und einige Gewürznelken auf einem dunklen Holzbrett in tief stehendem Sonnenlicht, daneben ein Glas Wasser, dahinter eine helle Steinwand und ein Fenster mit Blick auf Wasser

Kurz gesagt

  • Natürlich ist bei Raumduft kein einheitlich festgelegter Begriff; verlässlich ist nur, was das Etikett über die Zutaten sagt.
  • Getrocknete Pflanzen, Holz und ätherische Öle gelten als natürlich, Duftöl, Parfümöl und die meisten Nachfüller nicht.
  • Natürlicher Duft ist leiser und lässt schneller nach als komponierter, dafür lässt er sich auffrischen und nachlegen.

Drei Dinge, die mit natürlich gemeint sein können

Wer natürlicher Raumduft sagt, meint meist eines von drei Dingen. Erstens die Pflanze selbst, die im Raum liegt und von sich aus riecht, etwa getrocknete Orangenschalen oder ein Bündel Lavendel. Zweitens ätherische Öle, die aus Pflanzen gewonnen werden und als Tropfen in den Stäbchenflakon, die Duftlampe oder den Diffuser kommen. Drittens ein Versprechen auf der Packung, das von natürlichen Zutaten spricht, ohne zu sagen, wie viel davon enthalten ist.

Die ersten beiden Bedeutungen sind eindeutig. Bei der dritten kommt es auf das Kleingedruckte an, denn was ein Hersteller bei Raumdüften natürlich nennt, ist nicht einheitlich festgelegt. Ein Flakon mit der Aufschrift Naturduft kann ein ätherisches Öl enthalten, ein Duftöl mit etwas Pflanzenöl darin oder eine Mischung, die nur an etwas Natürliches erinnern soll.

Welche Formen das Wort einlösen

Als natürlich gilt ein Raumduft, wenn das, was riecht, aus der Pflanze stammt und auf dem Weg in den Raum nicht durch synthetische Riechstoffe ergänzt wurde. Die folgenden Formen erfüllen das, sofern das Öl ein ätherisches Öl mit botanischem Namen ist.

FormWas duftetWie langeWo sie passt
Getrocknete Schalen, Gewürze, BlütenDie Pflanze selbst, der Duft steigt von der Oberfläche aufLässt mit der Zeit nach, Umrühren und ein Tropfen Öl frischen aufFlur, Küche, Esstisch
Lavendel- oder BlütensäckchenGetrocknete Blüten im StoffbeutelHält lange, Zusammendrücken setzt neuen Duft freiSchlafzimmer, Kleiderschrank, Wäschefach
Zirben- oder ZedernholzHarz und Öl im HolzSehr lange, Anschleifen oder Befeuchten erneuert den DuftSchlafzimmer, Flur, Schrank
Simmertopf mit Schalen und GewürzenHeißes Wasser trägt den Duft in die LuftSolange der Topf warm istKüche, nur unter Aufsicht
Duftstäbchen mit ätherischem ÖlÖl in einem pflanzlichen Träger oder AlkoholBis der Flakon leer ist, auch bei AbwesenheitBad, Gäste-WC, Flur
Diffuser mit ätherischem ÖlÖl, vernebelt oder verdunstet, je nach Bauart mit WasserSolange das Gerät läuft, Stufe und Timer regeln die MengeWohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitsplatz

Was nur natürlich klingt

Die meisten Raumdüfte im Regal sind komponiert. Ein Parfümeur stellt aus einzelnen Riechstoffen eine Mischung zusammen, die nach Meeresbrise, frischer Wäsche oder Vanille riechen soll. Natürlich sind sie nicht, auch wenn die Packung grün ist und eine Blüte zeigt.

  • Duftöl, Parfümöl oder Aromaöl ohne botanischen Namen: komponierte Mischungen, die ätherische Öle enthalten können, aber nicht müssen.
  • Nachfüller für Duftstecker und Sprühautomaten: fast immer komponiert, auf Heizelement oder Pumpe abgestimmt.
  • Duftgel und Duftperlen: das Gel oder Granulat trägt einen Riechstoff, der in der Regel komponiert ist.
  • Duftkerzen ohne Angabe eines Öls: Pflanzenwachs sagt etwas über die Kerze aus, nicht über den Duft.
  • Sprays mit Naturduft im Namen: der Name beschreibt den Eindruck, nicht die Herkunft.

Erkennbar ist der Unterschied am Etikett. Ein ätherisches Öl nennt die Pflanze mit deutschem und meist lateinischem Namen, oft dazu Pflanzenteil und Herkunftsland. Steht dort nur eine Duftbezeichnung wie Frische Brise oder ein Phantasiename, ist es eine Komposition. Naturidentisch heißt der Natur nachgebaut, also ebenfalls nicht aus der Pflanze.

Warum natürlicher Duft leiser ist und schneller nachlässt

Komponierte Düfte enthalten oft Stoffe, die den Duft im Raum halten, in der Parfümerie Fixateure genannt. Natürlicher Raumduft kommt meist ohne solche Zusätze aus. Ätherische Öle verdunsten in der Reihenfolge ihrer Flüchtigkeit, bei Zitrusölen ist der erste Eindruck kräftig und bald vorbei, bei Hölzern und Harzen bleibt länger etwas zurück.

Getrocknetes Pflanzenmaterial duftet nur von der Oberfläche. Umrühren, Zerbrechen, Anschleifen oder ein weiterer Tropfen Öl schaffen neue Oberfläche und damit neuen Duft.

Wer die Dauerpräsenz eines Duftsteckers erwartet, wird enttäuscht. Wer einen Duft möchte, der beim Hereinkommen da ist und sich nicht aufdrängt, ist hier richtig. Ein Gerät, das Öl in kleinen Mengen über den Tag verteilt, gleicht das Nachlassen aus; welche Modelle das ohne Steckdose können, zeigt unser Vergleich der Akku-Modelle mit offenem Tank und mit Kapsel.

Welcher natürliche Raumduft in welchen Raum gehört

Die Form folgt dem Raum. Wo Menschen lange sitzen, soll der Duft leise und steuerbar sein, wo sie nur durchgehen, darf er kurz deutlich sein, und wo Feuchtigkeit oder Hitze herrschen, scheiden einige Formen aus.

  • Flur und Garderobe: Zirbenholz oder eine Schale mit getrockneten Schalen auf der Kommode. Der Duft begrüßt beim Hereinkommen, und niemand bleibt lange genug, um sich daran zu gewöhnen.
  • Küche: Zitrusschalen und Gewürze passen zu Essensgerüchen. Ein Diffuser steht hier besser abseits der Kochzone, weil sich Fett und Dampf auf dem Gerät absetzen.
  • Schlafzimmer: Lavendelsäckchen im Schrank, Zirbenholz neben dem Bett oder ein Diffuser auf niedriger Stufe mit Timer.
  • Wohnzimmer: viel Luftbewegung, trockenes Pflanzenmaterial reicht hier selten, ein Diffuser mit ätherischem Öl schon, erhöht und abseits der Heizung.
  • Bad und Gäste-WC: Duftstäbchen oder ein kleiner Diffuser. Holz und Potpourri nehmen die Feuchtigkeit auf und verlieren dort ihren Duft.

Ein Diffuser mit Akku ist nicht an eine Steckdose gebunden. Morgens steht er mit Zitrusöl in der Küche, abends mit Zeder im Wohnzimmer. Unsere Liste der kabellosen Geräte nach Reichweite und Lautstärke sortiert, welches Modell zu welcher Raumgröße passt.

Natürlich heißt nicht harmlos

Ätherische Öle sind stark konzentriert. Pur auf die Haut, in die Augen oder in den Mund gehören sie nicht. Auch Stoffe aus Pflanzen können Allergien auslösen, deshalb steht auf vielen Fläschchen ein Gefahrenhinweis, obwohl der Inhalt rein pflanzlich ist.

Katzen gelten als besonders empfindlich gegenüber ätherischen Ölen, und bei Hunden, kleinen Kindern, in der Schwangerschaft und bei empfindlichen Atemwegen wird zur Zurückhaltung geraten. Üblich ist, wenig zu nehmen, die Tür offen zu lassen und das Gerät nicht neben dem Schlafplatz von Kind oder Tier zu betreiben. Wer unsicher ist, fragt Arzt oder Tierarzt.

Öl im Tank oder Duft in der Kapsel

Ein Diffuser macht aus einem natürlichen Raumduft keinen künstlichen. Beim offenen Tank wählen Sie das Öl selbst und sehen auf dem Fläschchen, was hineinkommt. Beim Kapselsystem legt der Hersteller die Mischung fest; ob sie aus ätherischen Ölen besteht oder komponiert ist, steht in seiner Zutatenangabe.

Der Tank passt zu Menschen, die ihr Öl gern wechseln, die Kapsel zu denen, denen Bedienung ohne Tropfen wichtiger ist. Wie lange die tragbaren Modelle laut Hersteller pro Ladung laufen und was eine Füllung kostet, steht in der Laufzeit- und Kostenübersicht der tragbaren Modelle.

Pflanzenduft ohne Flamme und ohne Steckdose

Sieben Diffuser mit Akku, Batterie und Netzkabel, verglichen nach Laufzeit laut Hersteller, Reichweite und Duftkosten.

Zum Vergleich